Hyperhidrose

Hyperhidrose ist eine Krankheit, bei der Erkrankte übermäßig stark schwitzen. Betroffen sind etwa 3 bis 4 Prozent der deutschen Bevölkerung.
Es werden zwei Formen unterschieden: die lokale und die generalisierte Hyperhidrose. Bei der lokalen Hyperhidrose sind nur einige Körperpartien betroffen. Dazu gehören die Achselhöhlen und die Hand– und Fußflächen. Die generalisierte Hyperhidrose betrifft den kompletten Körper und ist häufig eine Folge von anderen Krankheiten. Dazu zählen Stoffwechselstörungen, Diabetes, Stress und hormonelle Ungleichgewichte.

Die Diagnose erfolgt beim Arzt. Nach einem ausführlichen Anamnesegespräch kann ein Jod-Stärke-Test den Schweregrad festlegen.

Betroffene Patienten leiden unter einem sehr starken psychischen Leidensdruck. Sie isolieren sich häufig, geraten in Gesellschaft in Panik und ziehen sich manchmal völlig aus dem sozialen Leben zurück. Eine Psychotherapie ist oft unvermeidlich um Patienten wieder zurück in ein normales Leben zu führen.

Bei lokaler Hyperhidrose kann das Auftragen von Aluminiumsalzen, die in Antitranspiranten vorkommen, helfen. Sie blockieren die Schweißdrüsen. Bei Hand- oder Fussschweiss ist eine Behandlung mit Gleichstrom eine Alternative. Iontophorese hat Vorteile die auf der Hand liegen: Geringe Betriebskosten, gute Erfolge, mit professionellen Geräten ohne Stromschläge. Sie kann schmerzhaft sein, der Effekt hält nicht lange an und die Behandlung ist zeitintensiv. Immer häufiger kommt Botox (Achtung Nervengift!) bei Hyperhidrose zum Einsatz. Mit vielen einzelnen Injektionen unter die Haut gebracht blockiert auch Botox die Schweißdrüsen. Eine Botoxbehandlung muss von Patienten selbst bezahlt werden.

Um generalisierte Hyperhidrose zu behandeln kommen fast immer Medikamente zum Einsatz. Die Substanzen Bornaprin und Methantheliniumbromid hemmen die Nervenstimulation der betroffenen Drüsen. Beide Wirkstoffe werden in Tablettenform eingenommen und halten etwa sechs Stunden. Die nicht unerheblichen Nebenwirkungen von Mundtrockenheit, Schlafstörungen und Herzrasen werden von Betroffenen gerne in Kauf genommen so lange die Präparate ihren Leidensdruck mindern.